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"Digitale Dissidenten" beim Filmwinter 2016

Beim 29. Filmwinter Stuttgart hat sich das Haus des Dokumentarfilms in diesem Jahr erneut mit einer viel beachtete Veranstaltung beteiligt. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm »Digitale Dissidenten« (Regie: Cyril Tuschi; Produktion: gebrüder beetz filmproduktion). Im ausverkauften Kunstraum 34 - neben dem Theater Rampe der zweite Spielort des Filmwinters - berichtete der Film davon, wie Whistleblower gegen eine globale Überwachung durch amerikanische und andere Geheimdienste agieren. Ihr Geheimnisverrat macht sie zu Aussenseitern - zu Formwandlern, wie diese Filmreihe beim Filmwinter genannt wurde. Zum anschließenden Filmgespräch empfing Astrid Beyer, Kuratorin im Haus des Dokumentarfilms, den Regisseur Cyril Tuschi (Bild oben: rechts) und den Computerexperten Hanno »Rince« Wagner, Vorsitzender CCC Stuttgart e.V. (Bild oben links und Bild unten).

Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten zum Filmwinter 2016
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Im Mittelpunkt des Films stehen Menschen, die aus unterschiedlichen Motiven zu Dissidenten wurden: NSA-Whistleblower wie Edward Snowden, Thomas Drake und William Binney, der Journalist Daniel Ellsberg, der seit der Veröffentlichung der Pentagon Papers in den 1970er Jahren als Urvater der Whistleblower gilt, oder die ehemalige britische MI5-Agentin Annie Machon. Sie waren jahrelang Teil des Systems bis sie es nicht mehr ertragen konnten und sensible Daten offenlegten. Zu Wort kommt auch WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der in seinem Kampf für radikale Transparenz das System von außen bedrohte, als er geheime Daten veröffentlichte und somit u.a. Kriegsverbrechen der USA im Irak aufgedeckte. Sie sind die Protagonisten des Films, deren Perspektive durch Interviews mit der FAZ-Autorin und Big-Data-Expertin Yvonne Hofstetter, dem ehemaligen Kulturstaatsminister und Philosophen Julian Nida-Rümelin oder dem Mitbegründer des Chaos Computer Club Bernd Fix, das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zugänglich macht.

»Digitale Dissidenten« war Teil des transmedialen Events »Supernerds«, der am 28. Mai 2015 durch die Kombination von Film, TV-Ereignis, Theaterstück und Internet beim WDR das Thema Überwachung erlebbar machte.